Mandy Raasch von Movin’n’Groovin| CAMPER NOMADS PORTRAIT

von | Okt 18, 2019 | Camper Nomads Portraits | 0 Kommentare

Mandy Raasch von Movin’n’Groovin:Allrounder – Girl & Business on wheels – Profi

Seit Juni 2016 – also über drei Jahre inzwischen – lebe und arbeite ich in meinem Van
und reise damit durch Europa. Seit 2017 ist Vandog Marko Polo mit an Board und
bereichert (und verdreckt) meinen Alltag und unser Zuhause. Aktuell sind wir in
Griechenland unterwegs und genießen das wunderschöne Land, die gastfreundlichen
und herzlichen Griechen und natürlich ab und an einen Tsipouro (nicht Ouzo)!
Aufgewachsen bin ich in der Nähe von Bautzen in Sachsen. Ja, mein Vorname verrät
meistens schon ein bisschen was über meine Vergangenheit. Als DDR-Kind war Reisen
natürlich erst mal tabu, doch dann kam die Wende – hipp hipp, hurra!
Für mich war Reisen schon immer eine große Leidenschaft. Sobald ich das erste Geld
gespart hatte, ging es im Billigflieger nach Barcelona, London, Lissabon… später dann
weiter in die Mongolei, auch mal nach Nordkorea (ja, da darf man hinfliegen) und nach
Südamerika. In Argentinien blieb ich dann für drei Jahre in Buenos Aires „hängen“, bin
dort in das Leben der Porteños eingetaucht, habe Spanisch gelernt (die dreckige
argentinische Version) – und irgendwann festgestellt, dass Buenos Aires doch nicht mein
Traumort zum Leben ist (aber ich liebe diese Stadt immer noch!).

Erste Versuche als Digitale Nomadin

Zurück in Deutschland lande ich in Berlin, erst mal wohnungs- und arbeitslos. Aber ich
habe einen Plan: ich mache mich selbständig und biete Online Marketing & Webdesign
Services an, Arbeit die ich bis dato für andere Unternehmen gemacht habe.
Und so kam es zu meinen ersten Versuchen des Digitalen Nomadentums. Ich bin immer
öfter und immer länger verreist, hatte meinen Laptop dabei und habe von unterwegs aus
gearbeitet, ob in Portugal, Brasilien, Argentinien, Miami… und in Miami hatte ich mir zum
ersten Mal einen Camper gemietet, um damit durch Florida zu reisen. So fing alles an!

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Ich will Vanlife!

Dann stand ziemlich bald fest: ich will einen Van und damit durch die Welt reisen und
„nebenher“ arbeiten. Denn das Reisen hat mir nach wie vor Spaß gemacht, das Arbeiten
von unterwegs – ob im Hotel, im Café oder im Zug, war eher nicht so meins. Ich brauche
Ruhe für meine Arbeit und eine „Wohlfühl-Umgebung“. Du merkst schon, worauf das
ganze hinausläuft… ein Van war genau das richtige für mich – in meiner Theorie
zumindest, denn wirklich ausprobiert hatte ich es ja nur mal ein paar Tage in Miami.
Aber ich bin schon immer ein Fan von „ganz oder gar nicht“ gewesen und habe mir
dann im Herbst 2015 einen Campervan gekauft, zum Teil von meinem ersparten Geld, das ich eigentlich mal in eine Immobilie investieren wollte. Nun ja, die Wertsteigerung
des Vans lässt etwas zu wünschen übrig, aber die Steigerung meiner Lebensqualität und
der Lebensfreude, die ich damit täglich erfahre, ist einfach unbezahlbar!

Der Umzug in den Van

Anfang 2016 ging der Ernst der Vanlife-Vorbereitung also los: Wohnung auflösen, Möbel
& Kram verkaufen, verschenken… Vorbereitungen für das Leben im Van treffen
(Versicherungen ändern / abschließen / kündigen), nach anderen ähnlich „verrückten“
Menschen suchen, die ebenfalls im Van leben – zum Glück habe ich ein paar
Gleichgesinnte gefunden, mit denen ich mich austauschen konnte. So entstanden auch
die ersten tollen Bekanntschaften und Freundschaften in der Vanlife Community.
Arbeiten unterwegs
Die Reise ging dann im Juni 2016 los – erst mal nach Skandinavien. Schweden, Finnland
und Norwegen habe ich in drei Monaten erkundet. Und währenddessen musste ich ja
auch noch arbeiten. Zu meiner Erleichterung funktionierte das ziemlich gut. Im Van habe
ich meine Ruhe und kann mich auf die Arbeit konzentrieren. Inzwischen biete ich über
cucuza.de nur noch Webdesignarbeiten mit WordPress an, erstelle also komplette
Websites für Unternehmen, Personen oder Vereine. Das macht mir nach wie vor Spaß,
solche Projekte von Anfang bis Ende zu betreuen und das Ergebnis am Ende dem
glücklichen Kunden zu übergeben.
Da ich meinen Job einfach mit in den Van genommen habe, war die Umstellung auch
gar nicht so schwierig. Meine Kunden kommen aus ganz Deutschland und nur wenige
hatte ich persönlich getroffen, selbst als ich noch in Berlin lebte. Deshalb war es auch für
die Kunden keine große Umstellung, dass ich von nun an im Van unterwegs bin – außer,
dass beim Telefonieren vielleicht mal das Meeresrauschen im Hintergrund ein wenig
„stört“. 😉
Neben meinem Job als Webdesignerin arbeite ich zusammen mit Freunden an einem
neuen Projekt: veganaufreisen.de – wir wollen ein Reise- & Infoportal mit spannenden
Tipps und tollen Angeboten für Veganer etablieren: Vegane Reisen, Workshops,
Retreats weltweit. Das ganze befindet sich im Aufbau, der Blog ist bereits sehr aktiv und
die Facebook Community wächst. Geld verdienen wir bisher damit noch nicht, aber wir
arbeiten daran!
Und meinen Vanlife Blog Movin’n’Groovin (movingroovin.de) möchte ich auch unter das
Thema Arbeit packen, auch wenn der Blog für mich eher ein Hobby ist und ich nicht
zwangsläufig damit Geld verdienen möchte. Aber ein paar Affiliate Links bringen hier
und da ein bisschen extra Cash ein.

Vanlife & Vangirls

Vor kurzem bin ich unter die Buchautorinnen gegangen! Letztes Jahr hatte ich auf meinem Blog eine Interview-Serie mit alleinreisenden Frauen gestartet, weil ich einfach
noch mehr Mädels finden wollte, die wie ich alleine im Camper leben. Dann kam ein
Buchverlag auf mich zu und schwups – seit ein paar Tagen ist mein erstes Buch im Handel
erhältlich: „VAN GIRLS – Starke Frauen und ihr ungebundenes Leben im Campervan“.
Das war ein krasses Projekt, weil alles recht spontan und recht schnell über die Bühne
gehen musste. Doch jetzt bin ich froh, dass ich es durchgezogen habe und nun mein
erstes Buch in den Regalen steht (und hoffentlich auch gekauft wird)! Bei vangirls.de
findest du mehr Infos zum Buch.
Wie du siehst, versuche ich mich an verschiedenen Projekten, um meine
Einnahmequellen etwas breiter zu streuen. Dennoch kommen etwa 90% der Einnahmen
immer noch aus meinem Freelancer Job. Mal sehen, wie sich alles weiter entwickelt – und
welche Ideen mir als nächstes kommen…

Mein Alltag im Van

Der Alltag ist im Normalfall recht unspektakulär: gegen 7:30 Uhr stehe ich auf (ohne
Wecker!) und gehe mit Marko eine Runde laufen. Danach gibt’s Frühstück und evtl. noch
ein bisschen Yoga (also für mich, der Hund schläft dann meist schon wieder…). Die Arbeit
startet meist gegen halb 10, denn vorher muss ich noch aufräumen und Geschirr spülen.
Dieses Ritual hat sich so eingebürgert, da ich mich in einem aufgeräumten Van viel
besser auf die Arbeit konzentrieren kann.
Je nachdem wie viel zu tun ist, arbeite ich eine erste Runde bis etwa 14 Uhr. Dann mache
ich eine Pause, esse etwas, gehe eine Runde spazieren oder setze mich einfach in die
Sonne, spiele mit Marko… und manchmal lege ich mich auch für eine Siesta kurz auf’s
Ohr. Am Nachmittag bin ich dann nicht mehr sonderlich produktiv, das geht erst wieder
abends los, nach dem Abendessen, wenn draußen alles ruhig ist, der Hund neben mir
schnarcht – dann kann ich noch mal eine Runde Produktivität nachschieben.
Das ist der „ideale“ Tagesablauf. Meistens kommt ja irgendwas dazwischen – das Wasser
ist leer, der Kühlschrank muss aufgefüllt werden, der Hund dreht eine extra Runde mit
den Streunern und ich muss ihn einsammeln gehen… irgendwas ist immer. Aber auch
dadurch lasse ich mich nicht mehr aus der Ruhe bringen. Denn ich weiß, dass meine
Kunden mit meiner Arbeit bisher immer zufrieden waren und denen ist’s ja egal, ob ich
nun von 8-5 am Schreibtisch hocke oder eher nachts oder mal nur früh morgens, bevor
wir zu einer Wanderung aufbrechen. Solange das Ergebnis stimmt und die Termine
eingehalten werden, gestalte ich mir meinen Alltag gerne so, wie er mir gefällt.

Meine Tipps für Business on Wheels

1. Ein bisschen Vorbereitung:
Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass es um einiges einfacher und
entspannter ist, wenn du bereits ein halbwegs etabliertes Business aufgebaut hast,
bevor du dich in das rastlose Leben als Camper Nomad stürzt. Kundenaquise ist anfangs der größte Haken und ich hatte quasi 5 Jahre Zeit in Berlin, mir einen
Kundenstamm sowie ein gutes Netzwerk an Kollegen und Mitstreitern aufzubauen.
Davon profitiere ich bis heute!
2. Work-Life-Ballance:
Arbeiten und unterwegs sein ist nicht immer einfach und man muss erst mal einen
guten Rhythmus finden, der zu einem passt. Anfangs bin ich fast jeden zweiten Tag
weitergefahren an einen neuen Ort. Dann „nebenher“ noch zu arbeiten wurde mit
der Zeit echt anstrengend. Inzwischen ist es eher so, dass ich mir für die Arbeit
mindestens eine Woche Zeit nehme und mir dafür einen schönen Ort suche, wo ich
bleiben kann für die Zeit. Nach der arbeitsintensiven Zeit folgen ein paar
entspanntere Reisetage… und das geht so im Wechsel weiter. Ich reise also viel
langsamer und genieße diese Entschleunigung auch total!

Ein allgemeiner Tipp noch zum Abschluss: nicht so viel grübeln, einfach mal machen.
Dinge ausprobieren, lernen, verändern, anpassen, repeat. Und vor allem ganz viel
genießen. Den Sonnenaufgang, den Nebel über dem See, auch mal die Matschpfütze, in
der sich der Hund genüsslich schmeißt… Entspannt reisen und leben.

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