Nelson da Silva

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Nelson: Dank Minimalismus zur Selbstfindung

Hi zusammen, ich heiße Nelson Goncalves da Silva und lebe zusammen mit meinem Hund “Lenny” seit knapp vier Jahren Vollzeit im Camper. Ich bin 1988 in der Schweiz geboren und aufgewachsen. Auch als Camper Nomade lebe ich hauptsächlich weiterhin in der Schweiz. 

In den ersten 1 1/2 Jahren war ich jeden Monat für kurze Road Trips in Europa unterwegs. Ich kehrte aber immer wieder gerne zurück in die Schweiz. Einerseits, um meine Teilzeitstelle wahrzunehmen und anderseits, um in der Nähe meiner Lieblingsmenschen zu sein. 

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Minimalismus: Platz für Neues

Das Verlangen, in die weite Welt hinaus zu fahren und Abenteuer zu erleben, habe ich dennoch bis heute. Mein Lebensweg war jedoch so, dass ich dies bis jetzt noch nicht verwirklichen konnte. Deshalb bin ich Schritt für Schritt dran, mein Business on Wheels aufzubauen, um diesem Verlangen nachzugehen.

Meine Vorstellung vom Camper Nomaden mit ortsunabhängigem Arbeitsplatz sieht demnach so aus, dass ich unterwegs in der weiten Welt bin, um z.B. Storys von anderen Ländern und Kulturen nieder zu schreiben und dies auch fotografisch anschaulich zu machen. 

Trotzdem möchte ich aber auch regelmäßig an Orte zurückkehren, wo sich meine Liebsten aufhalten. Momentan zieht es mich hauptsächlich während meiner Urlaubszeit weg von der Schweiz. Manchmal nach Portugal, meiner zweiten Heimat, oftmals aber auch in unbekannte Horizonte in Europa. Seit knapp drei Jahren werden Lenny und ich während der Wochenenden und der Urlaubszeit immer mal wieder von meiner Partnerin Sibylle und ihrem Hund “Minuk” begleitet. 

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Nelson: Warum einen Camper?

Für mich fing die Idee mit dem “Leben im Camper”, schon einige Jahren vor dem Besitz des eigenen Campers an. Damals erzählten mir Freunde von einem portugiesischen Pärchen, das zusammen mit ihrem Kind, in einem grossen, selbst ausgebauten alten Mercedes Camper lebten. 

Sie erzählten, wie die Familie oftmals wochenlang an schönen Stränden campten, surfen gingen, Kunst mit vorhandenen Ressourcen kreierten und mit altem Frittieröl, das sie den Restaurants abkauften, ihren Camper betankten. Das Verkaufen ihrer Kunst an verschiedenen Märkten, verhalf ihnen an Geld zu kommen, um zu überleben. Diese Story faszinierte mich dazumal so sehr, dass ich meine Freunde, immer wieder über dieses Pärchen ausfragte.  

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Nelson: Klarheit durch Pilgern

Als ich 2015 auf dem Jakobsweg über 1400km pilgern war, wurde mir bewusst, wie wenig ich wirklich brauche, um glücklich zu sein. Diese Erkenntnis hat mich nachhaltig so verändert, dass ich nachdem ich vom “Camino” zurück war, anfing, mich auf ein minimalistischeres Leben vorzubereiten. Ich verkaufte und verschenkte sehr viele meiner materialistischen Sachen, die ich angesammelt hatte. 

Den großen Computer zuhause tauschte ich gegen einen Laptop, von den zehn paar Schuhen, verschenkte ich sieben, usw.. Somit machte ich mich Stück für Stück mobiler und freier. Auch fing ich an, mit ganz einfachen Mitteln auf Reisen zu gehen. Während drei Wochen bereiste ich im Herbst 2015 zum Beispiel Japan mit dem Zelt und schlief meistens in der Natur oder in den Stadtparks. 

Danach ging es in Europa mit dem Fokus Reisefotografie Backpack Reisen weiter. Durch Autostopp kam ich von Ort zu Ort und geschlafen habe ich oft im Zelt oder in günstigen Unterkünften. Im Frühling 2016 lieh mir eine sehr gute Freundin ihren Camper aus. Ich machte damit gleich mehrere Road Trips durch Europa. Mir ging es dabei weiterhin oft um die Reisefotografie. So besuchte ich in jedem Land bekannte Fotospots, um diese zu fotografieren. Als passionierter Fotograf war dies eine sehr aufregende und tolle Zeit. 

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Das Leben “On the Road” gefiel mir während dieser Reisen so gut, dass ich anfing, mich gedanklich mit der Idee “Leben im Camper” auseinander zu setzen und mich damit anzufreunden. Wie es der “Zufall” wollte, hatte sich im Leben dieser Freundin einiges geändert und der Camper hatte nicht mehr Platz darin. Da ich aber nicht an Zufälle glaube, denke ich, dass meine Faszination dafür alles in die Wege geleitet hatte. Im Herbst 2016 entschied sie dann, mir ihren Camper zu schenken. Kaum hatte sie mir das rollende zu Hause geschenkt, wusste ich, dass dies ein Zeichen ist, den nomadischen Lebensstil zu starten. Nachdem ich die Wohnung gekündigt habe, zog ich noch im November 2016 in den Camper.

Nelson: Mein Weg zum Business on Wheels

Da ich zu der Zeit, als ich in den Camper zog, mein eigenes Business noch nicht soweit hatte, um davon leben zu können, blieb es jobtechnisch beim Alten. Ich bin heute noch angestellt als Trockentechniker und arbeite nebenberuflich als freischaffender Fotograf, Fotografie-Coach, Reiseleiter und Autor.

In meiner nebenberuflichen Selbstständigkeit biete ich unter anderem verschiedene fotografische Dienstleistungen an, realisiere Foto-Workshops, Reise-Vorträge, Ausstellungen und biete auch geführte Camper Touren mit Schwerpunkt Fotografie an. Mittlerweile produziere ich auch Reise-Reportagen für Magazine oder Blogs. In naher Zukunft werde ich auch Videotrainings verkaufen und Webinare veranstalten wollen, um noch mobiler Geld verdienen zu können.

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Nelson: Nachhaltigkeit im Business 

Als ich in den Camper zog, verfolgte ich das Ziel, die Landschaftsfotografie noch intensiver auszuleben und zu vermarkten. Da ich aber auf einem fremdbestimmten Weg unterwegs war, habe ich meine Dienstleistungen nie überzeugend genug verkauft! Ich habe zwar zu dieser Zeit mit der Landschaftsfotografie einige Aufträge generieren können, doch waren es nicht Aufträge, die zu mir und meiner Lebensphilosophie passten. 

Ich war oft im Zwiespalt mit meiner Aktivität als Landschaftsfotograf. Einerseits schätze ich die Natur sehr und will sie für die Zukunft wahren, um noch lange schöne Bilder davon machen zu können. Anderseits habe ich damals mit meinem ökologischen Fußabdruck die Natur eher beschädigt, um eben weltweit Fotos machen zu gehen. Für schöne Fotos von dieser Welt war mir kein Weg zu lang. Ich machte viele Kilometer mit dem Auto, Camper oder Flugzeug.  Während dieser Zeit war ich regelrecht auf einer Trophäenjagd, um im Social Media was cooles zu präsentieren und mein Portfolio aufzubauen. 

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Zu dieser Zeit, als ich sehr aktiv Landschaftsfotografien produzierte, investierte ich viel Zeit in Social Media Accounts. Ich durfte sogar 2016 den Mini Influencer Status mit knapp 7000 Followers auf Instagram geniessen. Doch mit den Schattenseiten dieser Aufmerksamkeit, hatte ich von Anfang an zu kämpfen. Hauptsächlich, weil ich meine Tätigkeit als Fotograf so ausübte, dass sie im Widerspruch zu meiner Lebensphilosophie stand. 

Im Austausch mit anderen Fotografen bezüglich meines Dilemmas, stieß ich oftmals auf taube Ohren. Nur wenige verstanden meine Gedankengänge. Nach weiteren sechs Monaten, mit schwindender Motivation fotografieren zu gehen, kam es zu einer einschneidenden Begegnung. 

Nelson: Lenny verändert viel

Ein Hund trat in mein Leben und eroberte meine Aufmerksamkeit und mein Herz. Da ich viel Zeit mit und für Lenny aufbringen wollte, setzte ich eine Idee in die Tat um, die mich schon lange verfolgt hatte. Der Gedanke, die Social Media Accounts zu löschen, um mehr Zeit für die wesentlichen Sachen im Leben zu haben. Mit dieser Entscheidung fiel der Druck, immer was Angesagtes zu produzieren. 

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Ich verbrachte ab diesem Zeitpunkt mehr Zeit mit Lenny und mir selbst. Die Fotografie blieb zwar weiterhin ein Teil von mir, jedoch fotografierte ich in einer anderen Intensität und mit einem anderen Bewusstsein weiter. Zweieinhalb Jahre blieb ich offline und nutzte die dadurch gewonnene Zeit, um mich auf ganz neue Sachen in meinem Leben zu konzentrieren. 

Fotografisch fing ich an, mein Leben im Camper mit Bild und Text zu dokumentieren. Während meiner Roadtrips produzierte ich Bilder, die ich im Anschluss mit Texten ergänzte und in meinem Blog als Artikel hochgeladen habe. So entdeckte ich unter anderem die Liebe zur Dokumentation meiner Reisen. 

Die Verknüpfung der Fotografie mit den Teilbereichen Menschen, Natur und Dokumentar, finde ich besonders interessant. In der Vergangenheit führte ich diese Themen einzeln aus und habe dadurch nun die Möglichkeit und das Wissen, wie ich sie optimal verknüpfen und spannend gestalten kann. 

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Im Sommer 2019 besuchte ich zum ersten Mal das Freiheitsmobile Treffen in Luxemburg. Dort entstand die Idee, mein Wissen bezüglich Fotografie durch Kurse und Workshops weiterzugeben. Bei solchen Events treffen sich hauptsächlich Menschen, die sich für Reisen im Allgemeinen begeistern und oftmals auch gerne diese Reisen fotografisch dokumentieren. 

Am Campervan Summit Meeting 2019 bekam ich das erste Mal die Chance, Workshops über das Thema Reisefotografie halten zu dürfen. Die Feedbacks der Teilnehmer und Organisatoren fiel positiv aus, was mich motivierte und mich in der Weiterentwicklung meiner Idee bestärkte.

Danach durfte ich Ende 2019 am Suisse Caravan Salon im Vanlife Camp mich und mein Bussiness vertreten, indem ich einige Tage dort Reisefotografie Workshops hielt und mein Fahrzeug und meinen Lebensstil für die Salon-Besucher zur Schau stellte. Anfangs 2020 ging es dann gleich weiter zur CMT, wo ich auch dort Workshops durchführen durfte.

Nelson: Die Steinchen auf dem Weg

Bis heute ist die größte Herausforderung in meinem “Vanlife” die große Summe an Fixkosten, die ich im Monat habe. Da ich meinen zweiten Camper auf Pump finanziert habe, bin ich bis 2022 verpflichtet, ihn abzuzahlen.

Während finanzieller Engpässe denke ich daran, meinen Camper zu verkaufen, um freier zu werden. Doch die Vorteile dieses Campers und das Leben im Camper überwiegen, was die Umsetzung des Verkaufes erschwert. Auch die absehbare Zeit der Rückzahlung spricht dafür, dass ich weiterhin im Camper lebe und noch einiges erlebe.

Nelson da Silva

Im Moment sieht mein Alltag so aus, dass ich von 7:00 Uhr bis 16:30 Uhr einer Festanstellung nachgehe. Danach fahre ich an einen Freistehplatz, wo Lenny draußen rumrennen und ich meine Ruhe geniessen kann.

Doch am Feierabend wird nicht nur gechillt, sondern weitergearbeitet. Dann schreibe ich Artikel für meinen Blog, plane die nächsten Reisen, optimiere mein Internet-Marketing und schraube falls nötig an meinem Fahrzeug, damit das Leben im Camper Freude macht. Auch schreibe ich im Auftrag Artikel für andere Blogs und akquiriere Neukunden, die meine Reisefotografie-Dienstleistungen in Anspruch nehmen. 

Für 2020 waren – ausgenommen von der CMT in Stuttgart -, acht Camping- und Reise-Messen-Besuche geplant, an denen ich Reisefotografie-Workshops hätte geben können. Leider hat die Corona-Krise dieses und andere Vorhaben in den Sand gesetzt. Gleichzeitig oder wegen dieser Absagen, habe ich dieses Jahr ein neues Projekt mit einem befreundeten Fotografen an den Start gebracht. Dabei geht es um geführte Camper-Touren mit Schwerpunkt Fotografie. Vorerst sind einige Touren hier in der Schweiz geplant, bevor es in die weite Welt hinaus geht damit.

Nelson: Die Erkenntnisse auf meinem Weg

Damit ich meine Selbständigkeit ins Leben rufen konnte, musste ich zuerst eine Tätigkeit finden, die ich sehr gerne ausübe und mit der ich mich zu 100 Prozent identifizieren kann. Da meine Überzeugung groß ist, lernte ich, destruktive Kritik auszublenden und nicht persönlich zu nehmen. Mit der Zeit zu gehen und die Vorteile daraus zu ziehen, haben mir geholfen, in meinem Business vorwärts zu kommen. Neuerungen und Trends versuche ich stets aufzugreifen und mit meiner Arbeit zu verknüpfen. 

Als wichtig stufe ich auch das Netzwerken ein, in dem ich Mitmenschen erzähle, was ich mache. Dafür treffe ich mich gerne mit Menschen oder begebe mich in Communites. Doch auch das aufmerksame Zuhören ist wichtig, damit ich verschiedene Ansichten aufgreifen, reflektieren und für mich stimmig in meinem Leben umsetzen kann. 

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