Camper Nomads Portraits | Thorben Englich

von | Sep 20, 2018 | Camper Nomads Portraits | 0 Kommentare

Camper Nomads Portraits | Thorben Englich – Moin, ich bin Thorben Englich, ich komme ursprünglich aus Hamburg, bin in Hannover aufgewachsen und durch meinen Job in Wismar an der wunderschönen Ostsee halbwegs sesshaft geworden. Ich bin 41 Jahre alt und hatte mit Camping vorab nur sehr wenig zu tun.

Gut, meine Eltern sind auch mal mit mir campen gewesen, aber das ist lange her. Meine Reiselust hatte ich zeitlebens, nur habe ich sie nie richtig verfolgt. Es gab dafür sehr intensive Reisen. Ein Monat in Spanien, in der tiefsten Natur von Campo, irgendwo in der Nähe von Sevilla. Oder die Rundreise durch Namibia, ein wundervolles Land und ein beeindruckendes Erlebnis, das meine Erwartungen völlig übertroffen hat.

Angefangen und auf diesen Weg gebracht hat alles 2009, nein eigentlich 2007. Damals wurde ich das erste Mal von einem Großhändler aus Deutschland gefragt, ob ich für ihn arbeiten möchte. Ich habe aus verschiedenen privaten Gründen abgelehnt. Später wurde ich wiederholt gefragt, ob ich diesen Job machen möchte, keine Ahnung warum gerade ich, aber gut. Meine Ehe war aus, meine berufliche Perspektive war nicht die beste, jetzt mache ich das. Ich habe mir angehört, worum es geht und was erwartet wird und habe für mich entschieden, das passt.

Die Vorlage war erstmal nicht die beste. Ich hatte 2 Vorgänger, die verbrannte Erde hinterlassen haben. Das galt es, wieder aufzubauen. Das ist eine Herausforderung, der ich mich stelle. Ich hatte eine tolle Unterstützung, durfte anfänglich als Angestellter arbeiten und mir mein Gebiet erarbeiten. Mein Gebiet war nur Hamburg und Schleswig-Holstein, aber auch wegen der Postleitzahl noch Wismar in Mecklenburg-Vorpommern, daher auch mein Umzug in eine Umgebung, die mir sehr gefiel.

Nach ca 1,5 Jahren habe ich mir mein Gebiet so erarbeitet, dass ich davon auch selbständig leben konnte. Diesen Erfolg hat mein Auftraggeber auch gleichzeitig damit honoriert, dass er mir durch eine Gebietsumstrukturierung auch Mecklenburg-Vorpommern komplett dazu gab. So hab ich mich dort auch noch hoch gearbeitet.

2016 kam dann der Beweggrund in einen Camper zu ziehen und meine Arbeit in einem mobilen Office zu bestreiten. Zum einen hatte ich erkannt, mit Stress und einem schnellen Auto kann ich auch nicht mehr erreichen…außer Blitzer. Mein Kollege aus Niedersachsen wollte in Rente gehen und hat mir sein Gebiet auch noch angeboten, so hatte ich ganz Norddeutschland inne, von Holland über Dänemark bis zur polnischen Grenze.

Wie bearbeitet man sowas? Erst ging’s in Hotels, klassisch wie der Außendienst oder Handelsvertreter das so macht. Das hat mir aber nach kurzer Zeit auch nicht mehr gefallen. Also habe ich gedacht, was ist die Alternative? Kofferraum und schlafen, nein, das passt nicht. So habe ich geschaut, was ein Wohnmobil kostet, viel Geld, okay. Mieten noch mehr, also zumindest sind die wöchentlichen Preise schon echt happig. Camper wird schon das Richtige sein, also doch lieber das eigene Wohnmobil. So habe ich mir Gedanken gemacht, was sinnvoll ist, um trotzdem relativ zügig und unabhängig unterwegs zu sein. Ein Kastenwagen muss her…kein Teil- oder Vollintegrierter…kaufen. Nach 2 Tagen habe ich schon gemerkt, das ist mein Weg, so kann ich arbeiten, perfekt. Und jetzt nach 2 Jahren muss ich sagen, es war das Sinnvollste, was ich gemacht habe, es arbeitet sich deutlich entspannter.

Nun, wie verdiene ich meinen Lebensunterhalt und wie organisiere ich mich? Also der klassische Handelsvertreter oder Außendienst wollte ich nicht sein. Eine Limo und Jackett ist nicht so mein Ding. Und auch die Art der Zusammenarbeit mit meinen Kunden wollte ich nicht so klassisch und altbacken durchziehen. Hey, ich bin frei, ich brauche nicht mit Ware in Vorleistung gehen und die weiterverkaufen. Nein, eigentlich bekomme ich meine Provision für den Umsatz den ich erwirtschafte. Dieser Umsatz ist ganz klar abhängig von den Verkäufern in den Geschäften.

So habe ich damals erkannt, ich bin eher ein Kollege, der zusammen mit seinen Kollegen etwas erreichen möchte. Und so habe ich mich in die Firmen rein gearbeitet als Teil von ihnen. Ich habe nicht mehr nur einfach Ware in die Geschäfte geschubst, sondern habe mir meine Kollegen an die Seite genommen. Ich habe meinen Kollegen gezeigt und erklärt, wie man verkauft, wie man auf Menschen zu geht, wie und mit welchen Argumenten man Produkte verkauft und wie die Ware schick präsentiert wird.

So reise ich herum, besuche meine Kollegen und bespreche mit ihnen die Situation. Dadurch haben sich echt interessante Bindungen aufgebaut, mein süßes Frauchen ist mir so auch über den Weg gelaufen. Mittlerweile machen wir dieses Leben gemeinsam und mein Schatz unterstützt mich digital am Computer, wo es nur geht, wo ich eher der persönliche Mensch bin und mit meinen Kollegen kommuniziere. Die digitale Welt hat es aber nun mit sich gebracht, dass vieles auch am Computer bearbeitet werden kann und wir die Zeit auch nutzen können, um die weitere Welt über Norddeutschland hinaus zu entdecken.

 

 

Nun, wenig Arbeit ist es bis heute nicht. Es gab harte Zeiten mit Einsätzen von früh bis Mitternacht. Schon allein manche Nacharbeit abends am Computer, Präsentationen planen, Umsätze durcharbeiten, wo ist noch Potenzial usw.

Wie organisiert man sich unterwegs? Nun, erstmal ist vieles abhängig von den Öffnungszeiten der Geschäfte und natürlich möchte ein Mitarbeiter nicht vor oder nach seiner festen Arbeitszeit noch was tun. Daher beschränkt sich meine persönliche Arbeit mit den Kollegen auf deren Öffnungszeiten und es gibt auch heute noch Geschäfte die eine Mittagspause haben. Aber auch abends, wenn die Filialen schon zu haben, gibt es einiges zu tun. Auch das Finanzamt will noch das ein oder andere von uns wissen.

Das Thema Freizeit ist natürlich auch sehr interessant. Rund um die Uhr lässt sich auch nicht arbeiten und gesund ist das definitiv auch nicht. So kommt es natürlich auch mal vor, dass man die Welt rund um die Filialen erkundet und vor allem bei Feierabend echt entspannte und ruhige Stellplätze findet. Einige Filialen sind auch auf der „grünen Wiese“, irgendwo am Ortsrand. Hier lässt es sich oft auch sehr gut hinten an der Lagertür stehen mit einem wundervollen Blick in die Natur. Morgens hat man dann den besten Arbeitsweg, den man sich vorstellen kann.

Was ist nun der beste Weg zu einem „Business on Wheels“? Gut, bei mir hat sich alles automatisch ergeben und es wurde über die Zeit immer intensiver. Mittlerweile wohne ich (bzw. wir) ja nun schon fast den ganzen Monat on Wheels. Minimalismus muss einem da natürlich gefallen und zusagen. Man muss es sich definitiv schon erarbeiten, von jetzt auf gleich geht das nicht. Mein Business musste ich mir über die Jahre wirklich hart erarbeiten, Rückschläge gab es da auch mal. Trotzdem weitermachen, immer wieder aufstehen und durchhalten. Wenn man sein Ziel vor Augen hat, kann man es schaffen. Aber ein Ziel muss man haben, nicht nur Träume.

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